"If Pigeons turned to Gold" im guckloch-Kino
18.11.2026
20:15 - 22:30
Kulturzentrum Scheuer, VS-Villingen
Kalkofenstraße 3
Ticket
78050
Villingen-Schwenningen
Über die Veranstaltung
Das guckloch-Kino zeigt mit dem tschechisch-slowakische Film "If Pigeons turned to Gold" den diesjährigen Caligaripreis-Gewinner.
Der Preis, der vom Bundesverband der Kommunalen Kinos vergeben wird, soll „einen besonders innovativen und künstlerisch herausragenden Film“ auszeichnen. In diesem Jahr ging der Preis an die tschechische Regisseurin Pepa Lubojacki. Über mehrere Jahre dokumentierte sie für "If Pigeons turned to Gold" das Leben ihres Bruders und ihres Cousins – beide schwerst alkoholabhängig und zeitweise obdachlos. In einer collagenartigen Technik mischt sie dabei unterschiedlichste Stilmitel: Von schonungslosem Dokumentarmaterial bis hin zu modernsten KI-Techniken, Texteinblendungen etc.
Dabei verschiebt sich auch das Thema des Films immer mehr – von eigenen, frühen Kindheitserinnerungen mit ihrem Bruder, der Familiengeschichte, durch die sich die Alkoholabhängigkeit wie ein roter Faden zieht und schließlich der überwältigenden Hilflosigkeit der Regisseurin, ihrem Bruder zu helfen. Zwischen der Distanz als Dokumentaristin und der eigenen, viel zu großen Nähe zum Thema droht sie sich selbst zu verlieren, selbst zerrieben zu werden.
In ihrer Dankesrede zum Filmpreis thematisierte sie diesen Zwiespalt deutlich: Wie weit sollte ich als Filmemacherin gehen, wie weit darf ich als Schwester gehen? Ist es voyeuristisch, den eigenen Bruder in all seinem Elend zu zeigen oder bedarf es dieser Aufnahmen, um die drastischen Folgen jahrelangen Alkoholmissbrauchs und den Umgang der Gesellschaft mit Abhängigen deutlich zu machen? Inwieweit ist mein Bruder in seiner Sucht überhaupt in der Lage, seine Zustimmung zu Aufnahmen von ihm zu geben?
Pepa Lubojacki macht es sich nicht einfach mit diesem Film. Er ist Kino gewordene Überforderung mit einer Situation. Notwendige Distanz und schwer erträgliche Nähe, eigene Scham und künstlerische Verfremdung prallen hier aufeinander – in einem zweifellos herausragenden und innovativen Film.
Dabei verschiebt sich auch das Thema des Films immer mehr – von eigenen, frühen Kindheitserinnerungen mit ihrem Bruder, der Familiengeschichte, durch die sich die Alkoholabhängigkeit wie ein roter Faden zieht und schließlich der überwältigenden Hilflosigkeit der Regisseurin, ihrem Bruder zu helfen. Zwischen der Distanz als Dokumentaristin und der eigenen, viel zu großen Nähe zum Thema droht sie sich selbst zu verlieren, selbst zerrieben zu werden.
In ihrer Dankesrede zum Filmpreis thematisierte sie diesen Zwiespalt deutlich: Wie weit sollte ich als Filmemacherin gehen, wie weit darf ich als Schwester gehen? Ist es voyeuristisch, den eigenen Bruder in all seinem Elend zu zeigen oder bedarf es dieser Aufnahmen, um die drastischen Folgen jahrelangen Alkoholmissbrauchs und den Umgang der Gesellschaft mit Abhängigen deutlich zu machen? Inwieweit ist mein Bruder in seiner Sucht überhaupt in der Lage, seine Zustimmung zu Aufnahmen von ihm zu geben?
Pepa Lubojacki macht es sich nicht einfach mit diesem Film. Er ist Kino gewordene Überforderung mit einer Situation. Notwendige Distanz und schwer erträgliche Nähe, eigene Scham und künstlerische Verfremdung prallen hier aufeinander – in einem zweifellos herausragenden und innovativen Film.